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Workshop „Digitale Medien – Umsatzsteuer“ voller Erfolg

Datum: 08.12.2014 | Autor: Alexander Kiszelya

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs müssen in Zukunft Printprodukte und ihre digitalen Fassungen getrennt voneinander versteuert werden.

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs müssen in Zukunft Printprodukte  und ihre digitalen Fassungen getrennt voneinander versteuert werden. Das macht die Angebote für viele Medienhäuser u. U. nicht nur unrentabel, sondern hat auch teilweise erhebliche  Auswirkungen auf die verwendete Software. Im Workshop „Digitale Medien – Umsatzsteuer“, der am 27.11.2014 bei der Mainzer HUP AG stattfand, wurden in diesem Zusammenhang zwei Problematiken behandelt.

  1. Umsatzsteuerliche Behandlung von Bundles (Print und E-Paper bzw. E-Books) nach dem Urteil des BFH vom 3.4.2013 und Verfügung des BFM vom 28.11.2013
  2. Änderung der umsatzsteuerlichen Behandlung von elektronischen Dienstleistungen innerhalb der EU ab 1.1.2015

Was die Bundles Print und E-Book anging, stellte sich bei vielen Workshop-Teilnehmern die Tendenz heraus, dass die Bewertung des E-Book-Anteils mit vollem Mehrwertsteuersatz höchst problematisch sei, wenn das E-Book gratis mit dem Printprodukt ausgeliefert würde. So herrschte bei vielen Medienschaffenden die Meinung, man solle dann auf die Gratisausgabe der E-Books bzw. Bundles ganz verzichten, solange bei der Bewertung des Anteils der digitalen Medien eine so große Rechtsunsicherheit bestünde.  Was den Verzicht auf Bundles allerdings erschweren könne, seien mögliche vertragliche Verpflichtungen den Abonnenten gegenüber, Zugriff auf digitale Leistungen zusammen mit dem Print-Abo zu erhalten.
Gemeinsam mit den Workshopleitern der HUP AG wurden in diesem Zuge zwei Lösungsmöglichkeiten erarbeitet:

  1. Die digitalen Leistungen ganz freigeben oder
  2. die digitalen Leistungen beim Vorliegen eines Printabos zu einem möglichst hoch rabattierten Betrag anbieten.

Die Änderung der umsatzsteuerlichen Behandlung von elektronischen Dienstleistungen innerhalb der EU bereitet den Verlagen indessen weniger Probleme. „Bei E-Books kommt sie kaum zum Tragen, weil in der Regel das B2C-Geschäft im EU-Ausland fast keine Rolle spielt“, so einer der Teilnehmer.
Bei Abos seien B2C-Geschäfte aber wahrscheinlicher. Gemeinsam wurde erörtert, wie man über die Anmeldung zum MOSS-Verfahren (mini one stop shop) die Anmeldung der Mehrwertsteuer im Land des Leistungsempfängers vermeiden könne.
 
Weiterhin als problematisch wurde angesehen, dass Kombi-Rechnungen von Print und Digital nicht möglich seien, weil man es hier mit einer ganz unterschiedlichen umsatzsteuerlichen Behandlung zu tun habe.
Die unterschiedlichen Lösungsansätze der HUP-Software wurden von den Teilnehmern ausgesprochen positiv aufgenommen. Vielen Verlagsverantwortlichen wurde so deutlich, welche Software-Änderungen in ihren Häusern notwendig sind, um einen reibungslosen Workflow in Zukunft zu garantieren.

 

 

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