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10 Thesen zur digitalen Marktentwicklung 2018

Datum: 03.07.2018 | Autor: Alexander Kiszelya

Ralf Scharnhorst von Scharnhorst Media ist Marketing-Strategie-Berater. Seine Denkanstöße und Prognosen für die nahe Zukunft sind beachtenswert.

Ralf Scharnhorst von Scharnhorst Media ist Marketing-Strategie-Berater. Seine Denkanstöße und Prognosen für die nahe Zukunft sind beachtenswert. Seine 10 Thesen in etwas verkürzter Form, vollständig veröffentlicht auf online-marketing.de:

1. Die Einmischung der Politik macht die Branche erwachsen
Aktuelle Gesetzes-Prognose: es bleibt alles wie es ist. Und User, die sich in ihrem Wunsch nach Privatsphäre respektiert fühlen, installieren weniger AdBlocker und reagieren besser auf Werbung.

2. Die Programmatic-Revolution frisst ihre Kinder
Die Walled Gardens Google, Facebook und Amazon, deren Werbeverkauf praktisch schon immer programmatisch war, machen es den unabhängigen Technologie-Anbietern schwer. Gibt es zu viel oder zu wenig Technologie in unserer Branche? Oder nur die falsche? Und wer investiert noch, um bessere Technologie aufzubauen?

3. Publisher: ab jetzt geht es bergauf
Mit Journalismus im Internet Geld verdienen? Für die Verlage kann es schlimmer nicht mehr kommen. Facebook hat sich Sorgen um die Gesundheit seiner User gemacht und will statt News und Fake-News lieber mehr Urlaubsfotos von Freunden zeigen. Wir hatten es vorhergesagt. Die gute Nachricht: Damit ist die Talsohle für hochwertig erarbeitete Inhalte erreicht. Die Akzeptanz für Paid Content wird wachsen – die Menschen geben ja auch weiterhin Geld aus für Musik, Bücher und Literatur.

4. Marketer werden als erste ersetzt durch Algorithmen
Es ist nicht der Taxifahrer oder der Paketbote, der als erster durch Algorithmen ersetzt wird, sondern der Online-Kampagnen-Manager. Unsere Branche ist Technologie-gläubig und A/B-Tests können die Algorithmen ausgezeichnet. Doch wer gibt das größere A und B vor? In der Kreativität, einer Marke ihre Positionierung, Einzigartigkeit und Strategie zu geben, ist der Mensch unersetzlich. Im Einkauf durch Assistenten und Verkauf durch Bots wird sich eine spannende Schlacht der Algorithmen entwickeln – wird Alexa Siri davon überzeugen können, die Milch zu bestellen, bei der Amazon eine höhere Marge hat?

5. Inhousing vs. Outsourcing: ein stetes Pendeln
Werbungtreibende, gerade aus den Bereichen StartUps und e-Commerce, haben immer mehr Marketing-Funktionen ins eigene Haus verlagert. Oft nutzt die Geschwindigkeit und tiefe Produktkenntnis. Aber es geht auch nicht ohne die Technologie-Kompetenz, Marktkenntnis und externe Inspiration durch Dienstleister. Während die einen noch inhousen, outsourcen die anderen schon wieder. Wahrscheinlich schwingt in 2018 oder 2019 das Pendel um zum Trend „outsourcing”.

6. Broadcast ist tot, es lebe die Nische!
Es gibt keine analogen Leitmedien mehr. Die Vorstellung, eine Werbebotschaft gleichzeitig an das ganze Volk zu senden, ist vorbei. Nie war es so teuer, alle Menschen zu erreichen. Nie war es so günstig wie jetzt, eine Nische zu erreichen.

7. Konsumenten wachsen nicht nach
CRM ist das neue Marketing. Es wachsen keine stumm Werbebotschaften empfangenden Konsumenten nach, sondern Teenies, die sich in einen Dialog mit und über Marken begeben.

8. Es gibt keine Konsumenten mehr – sondern nur noch Micro-Influencer
Es gibt derzeit nichts, was Influencer Marketing davon abhält, zu stark aufgeblasen zu werden. Marken planen fünf- und sechsstellige Budgets für einzelne Influencer. Es kann nur wenige weitere Jahres-Budgetpläne dauern, bis diese Investitionen gemessen und hinterfragt werden. Aber vor allem: Weiterempfehlungen gab es schon immer. Und das wird und bleibt wichtig, denn jeder Konsument mit einem Social-Media-Account ist ein Influencer – nur eben ein kleiner.

9. Der Fortschritt bei der Hardware lässt auf sich warten
Wo sind sie geblieben, die halbdurchsichtigen Datenbrillen, die Zustellung per Drohne und die selbstfahrenden Autos? Das meiste davon scheitert nicht am technischen Fortschritt, sondern am Menschen. Wir sollten uns – vorübergehend – anpassen an eine Welt, in der der aktuelle, tatsächliche Fortschritt langsamer wird.

10. Facebook-Gruppen sind das nächste große Ding
Die „Walled Gardens“ wollen alles vereinnahmen, was vorher im freien Internet stand. Was früher Internet-Foren waren, sind jetzt Gruppen auf Facebook. Der blaue Gigant investiert weiter darin, Gruppen-Administratoren die Arbeit zu erleichtern, denn hier findet selbst-kontrollierter Content mit hoher Stickyness statt. Noch zu klären: Wann kann man das kommerzialisieren, welche Marken brauchen nun eine eigene Gruppe statt einem eigenen Profil?

Fazit: Die Trends werden langsamer und vorhersehbarer

Quelle: https://onlinemarketing.de/news/zukunft-ist-vorbei-10-thesen-zum-marketing-2018




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