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Review: IDEENWERKSTATT 20.20 vom 11. Mai 2020

Redaktion in Zeiten der Corona-Krise: Auswirkungen, To-Dos

Redaktionsverantwortliche und Geschäftsführer von Tageszeitungen, Wochen- und Anzeigenblättern sind der Einladung des IDEENWERKSTATT-Teams gefolgt und haben sich zum Thema „Redaktion in Zeiten der Corona-Krise” ausgetauscht. Die Antworten auf die Frage von HUP COO Content, Marko Oette, wie Redakteur*innen dazu beitragen können, Informationen in Zeiten der Corona-Pandemie leserfreundlich aufzubereiten, machte eines deutlich: Es führen je nach Zeitungsgattung viele Wege zum Ziel.

Service, Service, Service: Zu den Lösungen aus dem Bereich Tageszeitungen gehört eine Serie, die die Fragen der Leser aufgreift. „Sehr konkret, sehr nah am Leser und entsprechend gut angekommen”, betont Kai Gohlke, Chefredakteur Oberpfalz-Medien. Die Contents wären normalerweise „Plus-Stücke”, also im Bezahlbereich, würden aber frei zur Verfügung gestellt. Ein Manko: Die Monetarisierung vor allem des zusätzlichen Onlinetraffics ist quasi nur mittelbar möglich. Erfreulich: Seit zwei bis drei Wochen ist das Beilagenniveau mehr oder weniger wieder auf dem Niveau vor der Krise.

Im Gegensatz dazu hat das Team rund um Bernd Schneider, Redaktionsleitung Blickpunkt Verlag, bei den Wochenblättern den Printumfang reduziert und die Mannschaft in Kurzarbeit geschickt. Regionalausgaben wurden zusammengelegt, der redaktionelle Anteil eingedampft und dafür das „bislang etwas ungeliebte Kind” online als Schwerpunkt genutzt. Bernd Schneider: „Wir profitieren wirtschaftlich nicht von Onlineboom.” Contentstrategischer Fokus liegt auf Themen, die nicht Corona zum Inhalt haben. Auch hier eine gute Nachricht aus dem Sales-Bereich: Das Anzeigenvolumen ist auch jetzt wieder so groß wie vorher.

Herbert Bergmaier, Geschäftsführer Münchner Wochenanzeiger, wollte die Euphorie nicht so im Raum stehen lassen – zumal die Bayerische Landesregierung bei der Öffnung der Märkte bekannterweise eher sehr vorsichtig agiert. Das Anzeigengeschäft, so Bergmaier, hinke bis zu 40 Prozent hinterher, obwohl so manche Beilage derzeit in der Zeitung mit Printwerbung ersetzt werde. Auch der für seine Titel wichtige Stellenmarkt werde sich auf Sicht nicht erholen. „Es ist alles eine Frage, wie und wann der Konsum wieder anläuft”. Dennoch sieht der Manager nicht nur dunkle Wolken am Zeitungshimmel: Bei der durch die Rezension zu erwartende anhaltende Kaufzurückhaltung spielten Anzeigenblätter mit ihren Beilagen eine wesentliche Rolle für die Leser: „Vielleicht sind diese sogar wichtiger als die redaktionelle Berichterstattung.“ So oder so, der Fokus liegt auf lokal. Herbert Bergmaier: „Menschen werden in diesen Zeiten stärker auf lokale Tipps achten. Nur der Fokus in der redaktionellen Themenfindung wird sich verschieben.”

Die Trends sind daher relativ eindeutig zu identifizieren: Von Live-Diskussionen zu regionalen Wahlen über Nachhaltigkeit bis zum Urlaub zu Hause. Die lokalen Themen, freuten sich die Teilnehmer*innen an der IDEENWERKSTATT, seien auch besser vermarktbar. Ein wunderbarer Cliffhanger für einen weiteren IDEENWERKSTATT-Austausch über die besten redaktionellen Wege über und aus der Corona-Krise.

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