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BDZV-Trendumfrage – KI ist für die deutschen Zeitungsverlage von wachsender Bedeutung

Den Einsatz entsprechender Verfahren rund um das Thema Künstliche Intelligenz halten 74 Prozent der befragten Unternehmen für „relevant bis sehr relevant“. Bei großen Verlagshäusern sind es 96 Prozent.

Insbesondere in marktnahen Bereichen wie etwa dem Einsatz von Roboterjournalismus in der Sport-, Wetter- und Börsenberichterstattung oder dem vorbeugenden Kündiger-Management sollen laut Trendumfrage entsprechende Anwendungen stark ausgebaut werden. Dies ist eines der wesentlichen Ergebnisse der repräsentativen Studie „Trends der Zeitungsbranche 2019“, die der BDZV gemeinsam mit der Unternehmensberatung Schickler vorgestellt hat.

Die drei TOP-Trends der Studie:

  • Künstliche Intelligenz: Viele Verlage nutzen bereits die KI-Potenziale
  • Innovative Angebots- und Preismodelle: Eine flexible Angebots- und Preisgestaltung wird in den Verlagen als Chance genutzt
  • Logistik als Wachstumstreiber: Die Verlage setzen mit neuen Technologien auf neue Geschäftsmodelle

„Ähnlich den großen, international tätigen Unternehmen wie Amazon, Google oder Alibaba könnten auch deutsche Verlage vom Einsatz Künstlicher Intelligenz immer stärker profitieren“, sagte Katrin Tischer, Geschäftsführerin Märkte beim BDZV, bei der Vorstellung der Studie. Alle Unternehmensbereiche kämen dafür infrage. Aktuell genutzt würden insbesondere Anwendungen im Werbemarkt (16 Prozent) und der Redaktion (19 Prozent). Doch zeigten die Planungen für die nächsten drei Jahre, dass nicht nur hier Zuwächse auf 69 Prozent beziehungsweise 64 Prozent zu erwarten seien, sondern dass auch der Lesermarkt (64 Prozent), Logistik (43 Prozent) und Controlling (33 Prozent) mit Hilfe von KI optimiert werden sollen. Tischer: „Das hat auch Auswirkungen auf die Mitarbeiterstruktur: KI erfordert Spezialisten, die abteilungsübergreifend arbeiten. Laut unserer Studie sind sie zu je einem guten Drittel in einer neuen Abteilung beziehungsweise als Stabsstelle bei der Geschäftsführung angesiedelt oder sie sind bei der IT integriert.“

Rolf-Dieter Lafrenz, Partner bei Schickler, führte aus, dass die Verlage weiterhin mit einem starken Wachstum der E-Paper-Auflagen und auch mit zunehmenden Werbeerlösen aus dem digitalen Geschäft rechneten, zugleich aber Verluste am Vertriebs- und Werbemarkt bei den gedruckten Zeitungen erwarteten. Vor diesem Hintergrund sei es umso wichtiger, die vielfältigen Angebote der Verlage noch individueller auf die Kunden anzupassen. 79 Prozent der Verlage gäben an, eine solche Angebots- und Preisdifferenzierung bereits einzusetzen oder zu planen. „Im Fokus stehen besonders Bundle-Angebote aus Print und Digital sowie neue digitale Angebotsformen.“

Ferner bewerteten 71 Prozent der Verlage Geschäftsfelder aus dem Bereich Logistik – etwa Postdienstleistungen, Kurierdienste und Logistik-Services für E-Commerce – als „strategisch relevant“; bei den großen Unternehmen seien es sogar 93 Prozent. „Der Kernbereich Logistik“, resümierte Lafrenz, „ist für die Verlage zum Wachstumstreiber geworden.“ Das gelte für den Einsatz innovativer Technologien mit digitalen Zusteller-Infosystemen und elektrisch betriebenen Zustell-Fahrzeugen ebenso wie für neue Arbeitsmodelle jenseits der auf wenige Stunden befristeten Zeitungszustellung am frühen Morgen.

An der Studie „Trends der Zeitungsbranche 2019“ haben 72 Verleger und Geschäftsführer teilgenommen. Sie repräsentieren nach Verlagen 29 Prozent, nach Auflage gut die Hälfte (57 Prozent).

Quelle: BDZV, Charts unter bdzv.de

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